Mit der Auswahl des Tenors Nikolas Groth hatte Göttemann eine mehr als glückliche Hand bewiesen. Groth gestaltete seine Partie ungeheuer kultiviert, mit klarer ausdrucksstarker Stimme. Spannungsvoll baute er die dramatische und explosive Dynamik des Solos auf, das durch die wiederholten Worte „Hüter, ist die Nacht bald hin?" strukturiert wird.
Dem weichen, glockenhellen und geschmeidig verwalteten Tenor von Nikolas Groth lauschte man nicht nur in der Schlüsselpassage „Hüter, ist die Nacht bald hin?" hingerissen.
Der Tenor Nikolas Groth, geboren in Mainz, erhielt seine erste musikalische Ausbildung als Sänger des Mainzer Domchores unter den Domkapellmeistern Mathias Breitschaft und Karsten Storck.
Im breiten Repertoire der Chormusik konzertierte er bereits in jungen Jahren als Solist im In- und Ausland. Nach seiner Schullaufbahn studierte er zunächst Musikwissenschaften an der Johannes Gutenberg Universität Mainz. Aktuell studiert er bei Prof. Thomas Dewald an der Hochschule für Musik Mainz im Studiengang Opern- und Konzertgesang.
Im Konzertfach ist der junge Tenor regelmäßig in Konzerten, Sinfoniekonzerten und Liederabenden zu erleben — mit Partien wie Bachs Weihnachtsoratorium und Johannespassion (Evangelist und Arien), Händels Messias, Mendelssohns Lobgesang und Elias, Rossinis Petite Messe Solennelle, Dvořáks Stabat Mater und Saint-Saëns' Oratorio de Noël.
Dabei konzertierte er mit bedeutenden Orchestern wie dem Staatsorchester Mainz, dem Neumeyer Consort und dem Landesjugendorchester RLP.
In der Spielzeit 2023/2024 war Nikolas Groth für eine preisgekrönte Produktion der Oper „Moses und Aron" von Arnold Schönberg an der Oper Bonn im Opernchor engagiert. Im November 2024 debütierte er als „Tamino" in Mozarts „Die Zauberflöte" an der Hochschule für Musik Mainz, im November 2025 erneut als „Tamino" bei der Oper aHa Friedberg.
Seit der Spielzeit 2025/2026 ist er Mitglied des Jungen Ensembles des Staatstheater Mainz, wo er den „Monostatos" in Mozarts Zauberflöte singt. In der Spielzeit 2026/2027 ist er dort neben dem „Monostatos" auch als „ein edler Brabant" in Richard Wagners Lohengrin zu hören. In der Sommerproduktion 2026 der Kammeroper Frankfurt gestaltet er „Don Eusebio" in Rossinis L'occasione fa il ladro.
Des Weiteren widmet sich der Tenor mit Leidenschaft dem Ensemble- und Chorgesang und ist u. a. freier Mitarbeiter des WDR-Rundfunkchores. Die große Freude am Liedgesang zeigt er mit zunehmender Regelmäßigkeit in Liederabenden; Meisterkurse besuchte er u. a. beim Liedfestival Kassel bei Hartmut Höll, Markus Schäfer und Anna Lucia Richter. Er arbeitete mit Dirigent:innen wie Dirk Kaftan, Felix Koch, Gabriel Venzago und Katharina Morin zusammen. Von 2023–2026 war er als Stimmbildner für den Mainzer Domchor tätig.
© Jonas Boy
Monostatos · Staatstheater Mainz — © Andreas Etter
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